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Nr. 9/2569 — I.E.F. Stiftung und EGAT veranstalten Schulung für Community Relations: „Restorative Circles“ schaffen sichere Räume für Versöhnung

Am 30. März 2026 war Frau Prakairatana Thontiravong, Präsidentin des Instituts für Bildung und Entwicklung der Konfliktbewältigung mit friedlichen Mitteln (I.E.F.), auf Einladung der Abteilung für Community Relations der Electricity Generating Authority of Thailand (EGAT) zu Gast. Sie leitete als Gastrednerin eine Schulung sowie einen Praxis-Workshop im Rahmen des Programms „Issue Management in Community Relations“ für Mitarbeiter der EGAT.

Im ersten Teil der Schulung referierte Frau Prakairatana Thontiravong detailliert über „Richtlinien für Verhandlungen mit der Gemeinschaft und den Prozess zur Schaffung sicherer Räume für Verhandlungen durch Restorative Circles (Restorative Dialogkreise), einschließlich szenariobasiertem Praxistraining“. Dabei betonte sie, dass der Kern jeder Verhandlung das „Zusammenleben“ sei – es gehe nicht um das Gewinnen, sondern darum, nachhaltige und für alle Seiten vorteilhafte (Win-Win) Lösungen zu finden. Sie hob den Unterschied zwischen bloßem Feilschen (Bargaining), das oft Gewinner und Verlierer hervorbringt, und echten Verhandlungen (Negotiation), die auf langfristige Zusammenarbeit abzielen, deutlich hervor. Dieser Perspektivwechsel hin zu einer konstruktiven, gemeinsamen Lösungsfindung wurde durch die Vermittlung einer dreistufigen Strategie für die praktische Moderation von Versöhnungskreisen abgerundet.

Es folgte ein Vortrag zum Thema „Kommunikationsfähigkeiten mit der Gemeinschaft und der Umgang mit abweichenden Meinungen“ von Dr. Suthada Mekavongsakul, Beirätin des I.E.F.-Stiftungsvorstands. Im Fokus stand die Ausstattung der Teilnehmer mit dem „3-C-Prinzip“ zur Konfliktlösung: Kommunikation (Communication), Zusammenarbeit (Collaboration) und Kompromiss (Compromise). Zudem wurden effektive Kommunikationstechniken wie aktives Zuhören (Active Listening), der Einsatz positiver Sprache, das Stellen offener Fragen und das Zusammenfassen von Aussagen vermittelt, um ein präzises Verständnis zu fördern und Konflikten in der Gemeinschaft vorzubeugen.

Ein zentrales Highlight der Veranstaltung war die praktische Übung zur „Schaffung sicherer Räume für Verhandlungen durch Restorative Circles“, einem Format, das Konzepte der restaurativen Justiz (Restorative Justice) anwendet. Diese Methode zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen geschützten Raum für den Dialog schafft. Dabei kommen symbolische Regeln wie der „Redestab“ (Talking Stick) zum Einsatz, der in der Runde herumgereicht wird und das Rederecht ausschließlich der Person gewährt, die ihn in den Händen hält. Dieser Ansatz fördert die Gleichberechtigung in der Gesprächsrunde, nimmt den Druck heraus und zwingt alle Beteiligten zum aufmerksamen und wertfreien Zuhören. So entsteht eine Atmosphäre, die einen offenen Gedankenaustausch ermöglicht und zu Lösungen führt, mit denen alle Seiten zufrieden sind – abgerundet durch einen strukturierten Prozess zur Nachverfolgung der Gesprächsergebnisse.

„Sichere Räume öffnen, Organisationen und Gemeinschaften verbinden – für nachhaltigen Erfolg.“

Den Abschluss der Schulung bildeten simulierte Szenarien, in denen die Teilnehmer selbst die Leitung eines Restorative Circles üben konnten – sowohl in der Rolle des Hauptmoderators als auch als Assistent. Das I.E.F. verbindet damit die große Hoffnung, dass die vermittelten Kenntnisse in den Bereichen Verhandlungsführung, Kommunikation und Moderation für die EGAT-Mitarbeiter zu einem unverzichtbaren Werkzeug werden. Dies soll ihnen dabei helfen, den Stimmen der Gemeinschaften Gehör zu verschaffen, Streitigkeiten vorzubeugen und zu lösen sowie eine dauerhafte, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Organisation und der Bevölkerung aufzubauen.